Archiv der Kategorie: Flüchtlingsthema

Ein Besuch auf der Pegida-Seite

28 10 15
Es sieht nett aus. Viele Menschen, versammelt auf einem Platz, lassen Lichter leuchten. Ein schönes Bild. Sie sind friedlich. Wenn es rein um die Bilder geht, kann ich nicht viel sagen. Da stehen Menschen und halten Plakate hoch, auf denen Worte stehen wie „gewaltfrei“, „gegen Glaubenskrieg“. Klingt doch erstmal nicht schlecht, oder? Die Menschen auf den Fotos sehen auch ganz normal aus. Nicht extrem oder so. Ich habe mich erst nicht getraut, die Adresse pegida.de einzugeben. Es führt zu seiner facebook-Seite. Oh je, nun weiß Facebook, dass ich auf der Pegida-Seite war, dachte ich. Nun gut. So ist es nun. Ich möchte wissen, was sie eigentlich selber sagen, diese Menschen von Pegida. Ich stehe nicht darauf, meine Meinung aus Zeitungen abzulesen, sondern gehe lieber direkt zur Quelle. Weiterlesen

Über das Böse und unsere Schokoladenseiten

29.10.15
Ich heiße Menschen aller Religionen und Kulturen willkommen. Ich möchte von ihnen lernen wie von meiner eigenen Kultur. Ich bin fasziniert von der Vielfalt, die es auf der Welt gibt. Ich versuche, die Wahrheit zu finden. Ich möchte keinen Unterschied machen zwischen einzelnen Gruppen, sondern die Menschen dahinter sehen. Jeder ist ein Individuum und die Maske der Masse kann trüben.

Was ist, wenn wir alle am Ende das Gleiche wollen? Wenn alle nur denken, es anders zu bekommen? Wenn wir vor lauter Wut und Ungerechtigkeit nicht fähig sind, in einer Sprache zu kommunizieren, obwohl wir in der Theorie hier dieselbe sprechen? Wir denken, dieser oder jener sei Schuld, dass wir nicht haben,was wir wollen oder dass wir haben, was wir nicht wollen. Dieses Gesetz, jener Politiker, jene Gruppierung, jene Religion und so weiter. Ich kann mich nicht entscheiden zu welcher Gruppe ich gehöre. Sie sind mir zu einseitig. Zu radikal. Zu extrem. Ich stehe dazwischen und versuche, zu verstehen. Gibt es denn auch eine Gruppe für Mitmenschlichkeit? Eine Gruppe, die kritisch denkt und ein offenes Herz hat?

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Fliehen heißt:

23.10.15
Fliehen heißt: Unfreiwillig seine Heimat verlassen. Das ist nicht wie der Traum mancher von uns, in ein weit entferntes Land, in dem immer die Sonne scheint, auszuwandern. Fliehen heißt: Seine Wurzeln zurück lassen zu müssen. Ein Land verlassen, das man vielleicht liebte, in dem man sich wohlfühlte. Können wir das hier überhaupt nachvollziehen? Haben wir überhaupt noch eine innere Verbundenheit mit diesem Land, in dem wir aufgewachsen sind? Mögen wir dieses Land oder denken wir, wir könnten uns jederzeit auch in einem anderen Land zurecht finden? Weiterlesen

Das echte Bunt (4) – Das Wichtigste überhaupt für wahrhaftige Buntheit

Ich denke, dass die meisten Menschen in diesem Land im Kern dieselbe Aussage vertreten, auch wenn es anders dargestellt wird oder erscheint. Nur,weil wir im Prinzip eine Sprache sprechen, heißt das nicht, dass wir gut miteinander reden geschweige denn zuhören können. Ich denke nicht, dass hier irgendjemand möchte, dass ein Mensch in Not keine Hilfe bekommt. Es kann aber doch nicht angehen, dass jemand direkt verurteilt wird, wenn er die Frage stellt, ob er diese Hilfe überhaupt geben kann. Da kommt eine riesige Welle auf uns zu und wir verurteilen die, die davor Angst kriegen? Was sind wir für Unmenschen? Ich habe noch niemanden sagen hören, es wäre ihm egal, was mit den Flüchtlingen passiert, hauptsache nicht bei uns. Noch niemanden. So schlecht sind wir hier nicht! Bis auf ein paar Extremisten vielleicht. Ich glaube nicht, dass das lauter schlechte Menschen sind, die besorgte oder kritische Gedanken äußern. Was sind wir doch voller Selbsthass, dass wir unsere Mitbürger misstrauisch beäugen und in ihnen potentielle Nazis sehen und in allen Neuankömmlingen grundsätzlich fromme Lämmer ? Das nenne ich Schwarzweißdenken. Wenn wir einfach nur lernen zuzuhören, vielleicht wäre viele Reiberei schon erledigt.  Hetzen und in Schubladen stecken scheint aber viel einfacher zu sein. Den Flüchtlingen geben wir Nächstenliebe, unseren „deutschen Mitbewohnern“ Nächstenhass. Wir schämen uns für unser Land und begrüßen jede Kultur, nur nicht unsere eigene.

Wer wirklich bunt denkt, weiß, dass man die eigene und die Kultur der anderen gleichzeitig wertschätzen kann.

In jedem von uns steckt ein Mensch, egal welcher Religion, welcher Hautfarbe, welcher Herkunft, welcher Sexualität und so weiter. Das gilt auch für uns „Deutsche“. „Deutsch“ ist nicht „rechts“. Solange es eine Schande ist, „deutsch“ zu sein, weil wir dieses Wort mehr identifizieren mit denen, die Schlechtes tun (und taten) anstatt mit den zahlreichen ehrenamtlichen, mitfühlenden, toleranten, intelligenten und offenen Menschen, die wir hier haben, werden wir hier keinen Frieden finden. Es bringt nichts, zu anderen grundsätzlich Ja zu sagen und zu uns grundsätzlich Nein. Einen Frieden unter uns und unter den Kulturen wird es nur geben, wenn wir unsere eigene Kultur wieder wertschätzen. Es gab auch eine Zeit vor und nach den Weltkriegen! Man darf die Weltkriege nicht ausklammern. Genauso wenig darf man die Zeit davor und danach ausklammern. Wer sich für dieses Land oder seine Bewohner schämt, dem empfehle ich eine ausgiebige Reise. Durch dieses und durch andere Länder. Erst, wenn man dieses Land länger verlässt, merkt man, was man hatte. Erst, wenn man verschiedene Orte und verschiedene Menschen trifft und kennenlernt, lernt man ein Land wirklich kennen. Wer sich für dieses Land und seine Bewohner schämt, zieht alle ehrenswerten, offenherzigen und toleranten Menschen hier mit in dieses Boot. Man kann nicht sagen, man wäre „bunt“ und seine eigene Farbe ausschließen.

Wer wirklich bunt denkt, weiß, dass man die eigene und die Kultur der anderen gleichzeitig wertschätzen kann.

Das echte Bunt (3) – „Mein Schnitzel lass ich mir nicht nehmen!“

Die Nahrung. Die Tierindustrie macht uns alles und uns alle kaputt. Das darf man aber nicht sagen. Da stecken nämlich Menschen oder solche, die es irgendwann einmal werden wollten, hinter, die das zu verhindern wissen. Deswegen reden die ganzen Naturschutzorganisationen auch nicht davon. Lieber sollen wir einmal weniger duschen, das Licht schön ausmachen und das Rad anstelle des Autos nehmen.  Weiterlesen

Das echte Bunt (2) – Wo ist mein Glück hin?!

Die Arbeitenden werden arbeitender gemacht, die Arbeitslosen arbeitsloser. Die Mütter müssen zur Erziehung gleich noch weitere Jobs annehmen und die Kinder müssen lernen, was sie später in aller Wahrscheinlichkeit nicht mehr brauchen werden und ihnen auch einfach keinen Spaß mehr macht. Alle sollen begreifen, wie nutzlos sie sind und wie wertlos ihre Träume, die sie in Kindheitstagen hatten und nicht einmal mehr erinnern. Unsere Wurzeln sind zutiefst verfault, verwundet und verleugnet. Sie sind krank und wir ebenso. Auf kranken Boden wird nichts wachsen – nichts, das gesund machen könnte. Oder gar glücklich. Denn Glück suchen wir doch alle. Weiterlesen

Das echte Bunt (1) – Vom Freidenken zum Anfang des Krieges

03.10.15
Wer aufhört zu fragen, hat schon verloren. Wir leben in einem Land, in dem die Meinungsfreiheit sich langsam von uns verabschiedet.Nach außen hin sieht es vielerorts noch so aus, als dürfe jeder seine Meinung sagen. Jeder – außer diese Meinung könnte (!) den Verdacht hegen, rechtes Gedankengut zu enthalten. Das ist die Allzweckwaffe. Noch  mag es so sein, dass nur die extremsten Äußerungen als Hetze eingestuft werden und hier durchaus die Frage nach der Konsequenz berechtigt ist.  Doch wer entscheidet darüber, was als Hetze gilt? Wer entscheidet, was ZU extrem ist? Wer entscheidet darüber, was „links“ und was „rechts“ ist? Rechts – eine Ecke, vor der sich viele fürchten und in die niemand (außer ein paar bekennende Nazis) gestellt werden möchte. Wenn ich fürchten muss, dass das, was ich sage, als „rechts“ eingestuft werden könnte, wie viel Macht muss dieses Wort dann schon haben? Rechts – ein Wort, wovor sich selbst oder erst recht manch Freidenker fürchtet. Ist er doch im Herzen ein Freidenker und kein Rechter und doch sagt er als Freidenker Dinge, die aus der Masse hervorstechen. Freidenken heißt, die Welt aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten, auf sein Gefühl hören und in Betracht ziehen,dass das, was man sieht,liest oder hört, nicht der Wahrheit entspricht. Freidenken heißt, mit seinem Verstand nachzuforschen, zu hinterfragen und mindestens für einen kurzen Moment frei zu sein von seinen eigenen und den Vorstellungen, Einstellungen und Ansichten anderer. Dem Denken Raum zu geben. Nur wer fragt und dabei für möglich hält, was er bisher nicht für möglich hielt, kann vorwärts kommen. Weiterlesen

Besorgt (5) – Flüchtlings-Selfie

FLÜCHTLINGS-SELFIE

Wer Not hat, dem sollte geholfen werden. Während ich dieser Meinung bin und aus lauter Stolz auf meine eigene gottesgleiche Toleranz gedanklich auf die Schulter klopfe, versuche ich einen klaren Kopf zu behalten. Ein paar wichtige Fakten nicht aus den Augen verlieren, während ich das nächste Selfie mit einem Flüchtling online stelle um es allen zu zeigen: „Schaut mal, ich bin ein guter Mensch!“ Ich darf nicht so tun, als wäre alles tutti-frutti. Als gäbe es genug Platz, genug Unterkünfte, genug Geld (d.h., das gibt es theoretisch schon, aber die,die es haben, geben es lieber für Waffen aus) und genug Toleranz unter all den unterschiedlichen Menschen, die wir in diesem Land haben und die nun kommen. Ich will nicht so tun, als wären wir nicht überfordert mit der Situation. Als wäre dies keine Ausnahmesituation. Als müsse man sich nicht ernsthaft Gedanken darüber machen, wie es weitergeht und wirklich weitergehen kann. Die Flüchtlinge können nichts dafür. Trotzdem werden sie von manchen als Projektionsfläche genutzt. Nach dem Motto: „Die Flüchtlinge kamen und seitdem gibt es Ärger im Land.“ Dass diese Flüchtlingswelle nicht wirklich überraschend war und das Land sich schon lange hätte darauf vorbereiten können, wird leider oft verschwiegen. Weiterlesen

Besorgt (4) – Fashion, nichts als Fashion!

FASHION, NICHTS ALS FASHION

Da gibt es dieses neue Fashionwort: „Besorgter Bürger“. Und weil unser Gehirn gern in Schubladen denkt und wir auch meistens zu faul, zu doof oder zu wasauchimmer sind, eine neue Schublade zu erbauen, nehmen wir eben, was da ist.  Das geht meist schnell, denn unser Gehirn ist da gut trainiert. In Nullkommanix verbindet unser Gehirn das neue Wort und das zugehörige Bild mit etwas, das ihm ähnlich zu sein scheint. Wenn es sich nicht gleich klar einordnen lässt, lässt das Gehirn dieses Bild einfach extremer erscheinen. Spätestens dann wird es fündig. Ein Vorgang, der so schnell geht, dass wir es nicht mal bemerken. Es ist schon ein Wunder, dieses Gehirn. Verwunderlich nur, dass viele zwar ihren Computer, ihre Smartphones, ja eigentlich alles updaten, nur nicht das,was sie am meisten brauchen. Auch das Gehirn ist eine Art Maschine, die sich programmieren lässt. Ob wir es wollen oder nicht – wo wir hingehen, findet automatisch eine unbewusste Programmierung statt. Ich weiß manchmal gar nicht mehr, wo ich hingucken soll, weil überall Werbung ist. Das nur als ein Beispiel. Das Gehirn lässt sich aber auch auf Offenheit trainieren. Weiterlesen

Besorgt (3) – Multi-Kulti, bunte Bürger und Regenbögen

MULTI-KULTI, BUNTE BÜRGER UND REGENBÖGEN

Manche mögen Worte ausrufen wie: Multi-Kulti! Toleranz! Gegen Rassismus! Nazis, verpisst euch!
Multi-Kulti, funktioniert das schon? Wie viel funktioniert und wieviel scheitert? Ist das schon eine Frage, die man eigentlich gar nicht stellen darf? Darf man anzweifeln, ob unsere Multi-Kulti-Gesellschaft wirklich schon so toll funktioniert?

Ich liebe Multi-Kulti. Weiterlesen

Besorgt (2) – Religionen und so

03.09.15

RELIGIONEN UND SO

Manche Fragen darf man nicht fragen. Das ist nicht verboten ( – noch nicht) . Es ist nur sehr ungern gesehen. Man sollte mit Shitstorms rechnen und vor allem damit, in eine Ecke geschoben zu werden. Wir leben im Land der Meinungsfreiheit. Wirklich?

Wie geht es also weiter mit unseren Flüchtlingen unterschiedlicher Herkunft, Religion, Sprache mit zunächst der einzigen klaren Gemeinsamkeit: Eine meist beschissene (ich denke,dieses Wort ist hier angebracht) Reise hierher, oft auch auf Leben und Tod. Die meisten Leute,die ich kenne und sich groß und breit „LINKS“ und „BUNT“ auf ihre unsichtbare Fahne schreiben und sich laut gegen Rechts inklusive besorgter Bürger äußern, sind atheistisch. Das heißt, vermutlich haben sie wenig oder keine Erfahrungen, wie es ist, wenn man einen tiefen Glauben hat und auf Menschen mit einem ganz anderen, aber ebenso großen Glauben trifft. Gerade in Krisenzeiten kann sich der Glaube um ein Vielfaches potenzieren oder gar zum einzigen Funken Hoffnung, zum alleinigen Halt im Leben werden,wenn man alles andere verloren hat.

Nun stellen wir uns vor, wie solch verschiedene Menschen aufeinander treffen. Weiterlesen

Besorgt (1) – Fragen verboten?!

03.09.15

Besorgt nehme ich die aktuellen Ereignisse zur Kenntnis. Besorgt? Ist das nicht das neue böse Wort? Das neue Rechts? Besorgt. Ich sorge mich um unsere Menschlichkeit. Unsere Klugheit. Unsere Offenheit. Wenn wir das überhaupt je alles gewesen sind. Menschlich, klug, offen? Die einen ja, die anderen nein, der eine mehr, der andere weniger. Was passiert, wenn wir Menschen aufgrund eines Wortes, einer Aussage, eine Meinung in eine Schublade stecken? Was passiert, wenn wir Menschen aufgrund einer Hautfarbe, sexuellen Orientierung, Herkunft, Religionsangehörigkeit in eine Schublade stecken? Gibt es nur gute Flüchtlinge? Gibt es nur böse Deutsche? Gibt es auch böse Flüchtlinge oder falsche Flüchtlinge, die gar keine Flüchtlinge sind? Darf man das fragen? Oder sind wir noch so bemüht unsere Unmenschlichkeit vor gar nicht allzu langer Zeit gut zu machen? Sind wir bemüht, diese Fehler nicht wieder zu tun? Ist das nicht eigentlich total ehrenswert? Weiterlesen